Donnerstag, 26. Februar 2015

Stralsund oder Winterwunderland

Auf dem Weg zu unserer zweiten Übernachtungsmöglichkeit, machten wir einen Zwischenstopp im wunderschönen, verschneiten Stralsund. Alles schien verschlafen, wie in einem Traum bedeckte die weiße Pracht Häuser und Straßen. Wir ließen uns treiben in dieser Stadt, die sofort unser beider Herzen vereinnahmte.
Wenn ich mit einem Bild die Stadt darstellen müsste, dann wäre es dieses.
Viele Kirchen zeichnen das Stadtbild aus.
Das Rathaus ist ein Schmuckstück für sich.






Etwas abseits der eigentlichen Innenstadt, aber nicht weit zu laufen, da Stralsund alles andere als riesig ist, befindet sich eine Spielkartenfabrik, die eigene Spiele herstellt, sie selbst druckt und zusätzlich die faszinierenden Maschinen präsentiert und erklärt. Die Mitarbeiter sind freundlich, die Stimmung sehr locker und angenehm. Als Spielefans kamen wir nicht drumrum uns diesen Ort anzusehen und ihn selbstverständlich nicht ohne Spiel wieder zu verlassen.
Der Hinterhof der Druckerei, die andere Seite von Stralsund.
Wasser überall. Ob es nun die Ostsee selbst ist, oder Ableger, die durch die Stadt fließen.
Highlight war natürlich, da brauchen wir uns nichts vormachen, die Ostsee. Das erste Mal, dass ich dieses Meer von Deutschland sah. Meer ist einfach immer schön - vor allem gepaart mit Schnee. Dann ist's nämlich schön und selten.
Ausrasten, weil Schnee.
Was wir von Stralsund gesehen haben, war zugegebenermaßen nur ein Bruchteil dessen, was dort zu erleben ist. In der Stadtmitte gibt es eine eintrittsfreie Welterbe-Ausstellung. Denn die Stadt gehört, im Verbund mit Wismar, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ausstellung ist total schön gemacht, sehr interaktiv und auf jeden Fall einen Besuch wert. Außerdem gibt es neben dem Ozeaneum, für das man mindestens drei Stunden Besuchszeit einplanen sollte, die wir nicht hatten, auch noch die Störtebeker Braumanufaktur. Ich bin zwar kein Bier- oder sonstiger Alkoholfan, aber so eine Brauhausbesichtigung mit Essen finde ich in der Tat sehr fancy. Aber auch dafür sollte man etwas mehr Zeit einplanen. Nun ja, lange Rede kurzer Sinn: Stralsund ist auf jeden Fall einen zweiten, längeren, Besuch wert.
Vogel-Fotografie, die II., aber keine Sorge, nicht die Letzte!


Sonntag, 22. Februar 2015

Die Stadt mit dem Schloss

Na, kann jemand aus dem Titel erkennen um welche Stadt es sich handelt? Anyone? Kleiner Tipp, nimm der Stadt das Schloss und den Park und übrig bleibt nichts. Naja, bis auf die Tatsache, dass es sich nach wie vor um die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands handelt. Richtig, ich rede von Schwerin.
Bei der ersten Fahrt durch die Stadt, die damals noch nicht unser Ziel war, dachten wir, dass es sich um eine mittelklassige Ostblockstadt handelt. Aus den Kenntnissen über die eigene Stadt wurde allerdings schnell bewusst, dass der Eindruck der umliegenden Viertel nicht unbedingt die Seele der Stadt wiederspiegeln muss. Also eine zweite Chance: Und siehe da, im Zentrum Schwerins steht und wartet imposant das atemberaubende Schloss.























Mit etwas Phantasie und den Gedanken an Sommer und Sonnenschein, strahlenden grünen Wiesen und bunt wuchernden Blütenprachten ist das Schloss und sein ewig langer Vorpark ein Traum. Wenn man sich auch noch bemüht und vielleicht nicht ausgerechnet montags nach Schwerin fährt (so wie wir), kann das Schloss auch von innen besichtigt werden. Das macht sicherlich noch einmal einiges her. Allerdings waren wir nun leider an einen schnee-regnerischen Wintertag, der auch noch ein Montag war, in Schwerin und so musste die Stadt uns zeigen, was sie außerdem auf dem Kasten hat. Nun, da wären eine kleine aber feine Innenstadt, die wirklich sehr klein ist, ein toller Suppenladen, der mich aus den Socken gehauen hat (Süßkartoffel-Kürbis-Ananas-Suppe!), einige kleine Röstereien und drei große Einkaufszentren. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und behaupte einfach dreist, das letztere das restliche Stadtbild zerstören. Denn die Stadt, die eigentlich über schöne Altbauten und kleine Gassen verfügt, kann kaum mit zauberhaften Kleinhandel begeistern. Stattdessen ist das Leben auf die drei großen Einkaufspassagen reduziert. Schade drum. Im Sommer gibt es noch Festspiele und ich denke, dass die Stadt zu dieser Jahreszeit viel mehr Sympathie-Punkte sammeln kann. Doch im Grunde genommen ist die Stadt genau eines: das Schloss.

Das schöne an Schwerin? Die kleinen Details, die es zu entdecken gibt.

Bilderrahmen in Übergröße zum fotografieren <3

Im Urlaub entwickelt: eine leichte Vogel-Fotografie-Obsession

Die vielen Wege und Ecken des Schlosses
Meine Liebe zu verfallenen Prachtbauten konnte aufleben.
Last but not least: das zugegebenermaßen traumhafte Schloss.
Nachdem Schwerin aus allen Blickwinkeln betrachtet wurde (wir haben das Schloss erfolgreich umrundet), ist ein Blick über den Tellerrand, also in diesem Fall in die Umgebung Schwerins zu raten. Auch wenn die Straßen bestenfalls als schlechter Witz zu interpretieren sind und ich mich dem Ende der Welt noch nie näher gefühlt habe, idyllisch ist es ja schon, dieses Meck-Pom und auch in Winter eine Reise wert.


























Montag, 16. Februar 2015

Wie Hass in Liebe umschlagen kann ...

... oder: Februar. Ich gestehe offen und ehrlich: Ich habe einen Hassmonat. Genau genommen sind es zwei, der November und der Februar. Da es im November aber reichlich Baumkuchen gibt und die Städte meist in vorweihnachtlicher Euphorie ausgeleuchtet sind, während der Februar einfach nur kalt und grau und grau und kalt ist, steht letzterer eben doch auf Platz eins der unliebsamsten Monate. Denn während die meisten Monate einen Sinn oder Zweck erfüllen, ist der Februar nur da, um Menschen in die Depression zu treiben (zumindest gefühlt).
Doch nichts hält ewig und vor allem nicht mein Hass. Dieses Jahr haben der Mann und ich den ersten Urlaub nach der Hochzeit angestrebt und uns gleich zwei Wochen Auszeit im grausten aller Monate genommen. Statt dem in Richtung Sonne und Strand zu entfliehen, entschieden wir uns für die Konfrontation. Ja, lieber Februar, zeig doch mal dein Gesicht.

Ein Deutschland-Urlaub im Winter ist eine recht ungewöhnliche Wahl. Die meisten setzten Urlaub mit dem Ausland gleich. Was traurig aber wahr ist: Alle wollen die Welt erkunden, für das eigene Land hat keiner was übrig. Ich meine damit nicht, dass ich den Natur- und Kulturwundern der Welt gegenüber verschlossen bin, ganz im Gegenteil. Aber wer weiß, wie es im fernen China aussieht, aber noch nie davon gehört hat, dass es sich bei der Ostsee um ein Brackwasser handelt, kann doch unmöglich glauben, dass er die Welt gesehen und verstanden hat.

Daher haben der Mann und ich uns schon vor einiger Zeit überlegt, dass wir auf jeden Fall allen deutschen Bundesländern mindestens einen Besuch abstatten wollen. Für diesen Urlaub entschieden wir uns für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Ostsee im Winter, da hat man wenigstens mehr Platz. Ich sah verschiedene Städte, stürzte mich kurz in die leicht zugefrorene Ostsee (um umso schneller wieder herauszustürzen) und fuhr auf den unwirklichsten Wegen. Selbstverständlich werde ich euch nach und nach von der Reise berichten. Nur soviel vorweg:
Es hat sich gelohnt, Deutschland ist wunderschön. Und der Februar kann auch anders.