Donnerstag, 18. Dezember 2014

Weihnachten und das Gotteshaus

Ich muss gestehen, dass ich wohl kaum als Kirchenfan durchgehe. Wobei gestehen kaum das richtige Wort sein kann, da in unserer Zivilisation kaum etwas weniger Aufsehen erregt, als Widerstand gegen die Kirche. Um folgendes zu betonen: ich habe nichts gegen das Konzept eines Gottes oder Gläubige. Es ist sogar schön, der Gedanke, dass da irgendwie mehr sein könnte. Hinter allem ein Sinn steckt. Für mich bietet das Schicksal eine gute Alternative, aber ob und an was man glaubt sollte jeder für sich klären.
Mit der Institution Kirche habe ich hingegen tatsächlich einige Schwierigkeit. Jahrzehntelange Verbrechen an der Wissenschaft und unschuldigen Menschen lassen sich nicht so leicht vergessen. Und selbst wenn ich das täte, gibt es in der nahen Vergangenheit und Gegenwart immer noch genug Praktiken, die ich einfach nicht akzeptieren kann. Ich meine Verhütungsverbot? Seriously?
Dennoch habe ich auch die guten Seiten der Kirche vor Augen. Der Bau von Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern, die Hilfe für Obdachlose oder andere Menschen in Not und nicht zuletzt das Umfeld einer sozialen Gemeinschaft für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Ja die Kirche ist in unserer Gesellschaft fest verankert und unterstützt oftmals mehr, als es der Staat allein je könnte.
Was wir der Kirche eindeutig zu verdanken haben sind Feste wie Weihnachten und Ostern. Der Geist der Weihnacht, das beieinander sein, die Liebe, Nähe und Wärme, das Fest der Familie, sind kirchliche Gedanken. Die schöne Seite von Weihnachten sozusagen. Immer wenn ich Blogs lese, oder mich einfach nur umhöre, dann heißt es: Geschenke kaufen, die Wohnung aufbretzeln, Weihnachtsstress. Ich kann mich da nicht raus nehmen.

Doch dieses Jahr ist es irgendwie anders. Ja ich habe Geschenke gekauft und ja, das hat mich kurzfristig in Stress versetzt. Aber dann wurden die Geschenke eingepackt. Liebevoll, für all die Menschen, die mir am Herzen liegen. Die Wohnung habe ich so gelassen wie sie ist, lediglich eine Kerze steht im Wohnzimmer und der selbst gebastelte Adventskranz von meiner Mama ziert die Küche. Reicht doch.
Ich freue mich dieses Jahr auf Weihnachten. Auf die Familie, die Kirche, die Spaziergänge und das fantastische Essen. Und dieses Bild funktioniert für mich das erste Mal seit vielen, vielen Jahren. Und die Kirche gehört dazu, denn ihr verdanken wir dieses Fest. Und daher versöhne ich mich mit ihr. Vielleicht nicht auf Dauer. Vielleicht nur, bis zur dritten Strophe von "Stille Nacht". Doch es reicht, um mir bewusst zu machen, was Weihnachten eigentlich ist. Das Fest der Nächstenliebe.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Operntester

Die deutsche Oper am Rhein bietet ein geniales Programm an. Es nennt sich Operntester und lädt alle Menschen zwischen 16 und 28 Jahren ein sich in einen Newsletter registrieren zu lassen. Dann erhält man einmal im Monat eine Mail zur nächsten Operntester-Vorstellung und die ersten 10 die antworten können kostenlos mitgehen. Und da ich sowieso seit Ewigkeiten in die Oper wollte, aber nie Zeit/Lust/Begleitung gefunden habe, hat sich das sehr angeboten. Einzige Bedingung dieser Aktion: Wer mit in der Oper war, schreibt eine kleine Rezession. Und hier ist meine:

Da mein letzter Opernbesuch schon einige Jahre her war und ich überhaupt noch nie eine Oper auf Französisch gehört hatte, freute ich mich sehr auf die „Werther“ Vorführung. Kaum saß ich auf meinem – sehr tollen – Platz, fing mich die Stimmung der Oper ein, das Licht wurde gedämmt, alle verstummten und es ertönte ein Schuss. Als sich der Vorhang öffnete war ich zunächst etwas verdutzt, obwohl ich auf die grüne Kulisse und die rote Kleidung des Werthers eingestellt war, wirkte es doch etwas befremdlich. Genau genommen weihnachtlich. Die ersten Szenen waren irgendwie merkwürdig, ich kannte zwar die Handlung, aber es hat etwas gedauert, bis ich mich auf die Inszenierung einlassen konnte. Mit der Zeit entwickelte sich allerdings ein Sog, der mich in die Welt der unglücklich Verliebten zog. Vor allem die einnehmende Musik und die unglaublichen Stimmen der Sänger haben mich verzaubert. Herausragend gut war die junge Sophie, die eine Leichtigkeit versprühte, eine fantastische Stimme hat und mit Abstand die positivste Figur des Abends verkörperte.
Einige Kleinigkeiten haben den ansonsten sehr runden Abend allerdings gestört. Die Rolle des Albert, Charlotts Verlobter, war meiner Meinung nach viel zu aggressiv und unsympathisch. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum sie ihn nicht verlässt, wenn er doch allem Anschein nach ein schlechter Mensch ist und ihr nichts an ihm liegt. Da ist die Begründung des Versprechens am Sterbebett der Mutter nicht ausreichend. Der zweite Punkt ist, dass die Schauspieler – obwohl hervorragend gesungen! – etwas zu alt für diese Inszenierung scheinen. Denn eine Liebe, die so dramatisch ist, dass man sich für sie umbringt sollte eine sehr junge, naive Liebe sein. Wenn sich ein längst erwachsener Mann aufgrund einer unerfüllten Liebe umbringt ist das irritierend. 
Letztendlich endete die Vorstellung mit langen Applaus und Standing Ovation auf das auf jeden Fall zu Recht. Denn die musikalischen Leistungen der Sänger und der Band waren herausragend. Und in all dem Kitsch und der Dramatik verbargen sich Wahrheiten über die Liebe und das Leben.

Ich empfehle jedem, der jung ist und in der Nähe wohnt, sich das Programm mal anzuschauen. Es ist absolut lohnenswert, man kann den Horizont erweitern und lernt vielleicht noch nette Menschen kennen. Und wenn es eine Katastrophe wird, auch nicht schlimm. Ist bloß ein Abend und ihr könnt es unter Lebenserfahrung verbuchen. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Mal? 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Wichteln und mehr

Ich liebe Weihnachten, aber ich bin kein großer Freund dieser ganzen hin und her Schenkerei. Klar freue ich mich über Geschenke, aber ich bin mies im Geschenke machen. Das setzt mich jedes Jahr aufs Neue heftigst unter Druck. Während ich mich über alles freue und super leicht zu beschenken bin (ja, wirklich!) ist das bei meiner Umwelt nicht immer so leicht. Jedes Jahr stürze ich mich zunächst euphorisch mit vielen hohen Zielen in die Geschenkesuche nur um dann wieder kläglich zu scheitern. Ich möchte kreativ sein, den anderen vom Hocker hauen und das perfekteste Geschenk von allen hervorzaubern! Stattdessen naja. Sagen wir es so: meine Freunde und Familie mögen mich trotz meiner Geschenke.
Lange Rede, kurzer Sinn: Geschenke stressen mich. Daher versuche ich meine "zu-beschenken-Liste" kurz und knapp zu halten. Eltern, Oma, Mann. Aber das Leben wäre ja viel zu einfach, wenn es so laufen könnte. Deshalb kommt noch das berühmt berüchtigte Wichteln hinzu. In der Familie. Einerseits ist es eine freudige Sache, jeder muss eine kleine Aufgabe erledigen - die letzten zwei Jahre wurde gesungen - und dann bekommt man ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk. Auspacken! Freude! Nur zuvor heißt es: Aussuchen! Verzweifeln!
Um dieser Weihnachts-Wichtel-Schenk-Sache doch noch was abzugewinnen, lies ich mich hinreisen und bastelte Weihnachtstabu-Karten. Ich hatte den glorreichen Einfall sicher nicht als erster Mensch auf dieser Welt (einmal kurz googeln bestätigt diese Annahme), aber sei's drum. Hauptsache Spaß. Und so schnappte ich einge DinA8 Kärtchen, etwas Maskingtape, bunte Stifte und los gings.

Oben stehen die zu beschreibenden Wörter, unten diejenigen, die nicht verwendet werden dürfen.
Danach war ich im Bastelfieber, also wurde der nächste Bastelladen angesteuert und diverse Utensilien (Pappe) für eine Weihnachtskartenbastelaktion erstanden. Et voilà:

Den Weihnachtsbaum hab ich selbst ausgeritzt, da die Idee was überhaupt gemacht werden soll, erst zu Hause entstand. Es gibt aber auch Karten, in denen dieser schon vorausgestanzt ist.
Die Rentiere auszuschneiden war eine Geduldsprobe, soviel sei verraten.
Ich hoffe ihr hattet alle einen fröhlichen 2. Advent und genießt die Vorweihnachtszeit in vollen Zügen.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Advent ...

Die Vorweihnachtszeit startet. Das heißt der Duft von Zimt und Plätzchen liegt in der Luft, überall leuchtet es in die dunklen Tage hinein, die ersten Weihnachtsbäume ziehen ein, alle Blogs sind mit Adevntskalender-Aktionen überhäuft und es bedeutet: Stress.
Als passionierter Weihnachtsfan freue ich mich jedes Jahr auf den Dezember. Plätzchen backen mit Papa und über Weihnachten im Kreise der Familie sein, das macht mein Herz froh. Aber wenn es dann soweit ist, funkt die Realität dazwischen. Da will die Wohnung geschmückt werden, Adventskalender bestückt, Geschenke besorgt, verschiedene Weihnachts- und Adventsessen besucht und in aller Ruhe über den Weihnachtsmarkt geschlendert werden. Denn sonst ist es ja kein richtiges Weihnachten.
Wenn dann aber noch zusätzlich eine Masterarbeit vollendet werden möchte, wird es quasi unmöglich dem allen gerecht zu werden. Enormer Schlafmangel sind an der Tagesordnung und eine riesige Portion Zeitmanagementqualitäten sind auf einmal gefragt.
Wie das alles klappen soll? Ich weiß es nicht, aber ich werde berichten! 
Dieser Monat steht ganz im Sinne der Weihnachtszeit.