Sonntag, 21. September 2014

Eine Woche, ach nein, noch weniger!

Der Plan war ja einen "Es ist nur noch eine Woche bis zur Hochzeit, ich bin so aufgeregt und habe wahnsinnig viel zu tun"-Post zu schreiben. Allerdings habe ich leider wirklich noch wahnsinnig viel zu erledigen, daher habe ich es gestern einfach nicht geschafft zu bloggen.
Als Listen- und Planungsmensch bin ich auf alles vorbereitet. Brautjungfern und meine lieben helfenden Eltern wurden schon vor Wochen mit einem Ablauf- und to-do-Plan versorgt, der alle Fragen klären sollte. Das ist aber nur der Anfang, wie sich herausstellte. Weitere Pläne müssen geschmiedet werden, nur weil die Tischordnung in meinem Kopf eindeutig geregelt ist, hilft das der Location auch nicht weiter. Weiter geht es mit der Deko und tausend anderen Kleinigkeiten, alles muss irgendwie notiert werden.
Das schlimmste ist jedoch die Sache mit der Musik. Bei den Planungen dachte ich mir noch das das ja nicht so schwer sein kann und es total übertrieben wäre für die paar Gäste einen DJ anzuheuern. Der Meinung bin ich immer noch, allerdings ist es wirklich ein hartes Stück arbeit sich immer wieder tanzbare und nicht tanzbare Musik anzuhören, zu entscheiden, was geht und was nicht und am Ende des Tages immer noch nicht zu wissen, ob alles richtig gewählt ist. Auch hier kommt die Weisheit wieder, die mich schon durch die gesamte Planung begleitet. Einfach loslassen und auf das Beste hoffen.


Sonntag, 7. September 2014

Charly

Als Kind habe ich mir immer ein Haustier gewünscht und meine Eltern waren, wie sollte es auch anders sein, strikt dagegen. Also drosselte ich meine Ansprüche von Pferd auf Hund, von Hund auf Katze, von Katze auf Hamster und von Hamster auf Vogel - tiefer, nämlich zu den Fischen, war ich ich nicht bereit zu gehen. Ich hatte Glück, denn mein Papa erwies sich als Vogelfreund und somit hatte ich endlich einen Verbündeten. Die Wahl der Vogelart fiel leicht, aufgrund der Größenverhältnisse der Wohnung kam ein Papagei nicht in Frage und weil wir wunderschöne gemeinsame Urlaube und Erinnerungen an die kanarischen Inseln hatten, entschieden wir uns für Kanarienvögel. Zunächst wurde fleißig Literatur über die bunten Sänger geschmökert, denn man sollte schließlich wissen, was man sich so ins Haus holt, dann fuhren wir los und kauften Käfig, Zubehör und zwei Vögel. Ich durfte mir einen aussuchen und wählte einen wunderschönen orangefarbenen Sänger. Meine Mama taufte ihn wenig später Charly.

Seine Begleiterin Chipsy erwies sich unglücklicherweise ebenfalls als Männchen und machte dem kleinen Charly das Leben schwer. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass meine Wahl auf ein Sensibelchen gefallen war. Er konnte und wollte sich nicht durchsetzen. Chipsy gaben wir schweren Herzens wieder ab und mit seiner neuen Frau Safari begann eine glückliche und zufriedene Zeit für Charly.
Doch manchmal gab es diese Augenblicke. Er erschreckte sich, stößt sich oder wird von der Dame des Hauses geärgert. Dann hat er sich immer auf den Boden gesetzt und sich nicht mehr gerührt. Stillstand. Er war wie versteinert und ganz offensichtlich mit der Situation überfordert. 
Es gibt Zeiten, da fühle ich mich wie Charly. Es passiert dann enorm viel auf einmal, Entscheidungen müssen gefällt werden, Arbeit muss erledigt werden und die Zeit verfliegt im Nu. Dann möchte ich mich ebenfalls auf den Boden setzten, ganz still, und abwarten, bis sich die Lage wieder entspannt. Bis das Leben wieder in geregelten Bahnen läuft und der ganze Spuk vorbei ist. Doch ich bin nicht Charly, keiner kann beherzt zugreifen, mich zurück in mein Leben holen und mich mit den nötigsten versorgen. Probleme lösen sich nicht von allein, ich muss ihnen in die Augen sehen und sie anpacken. That's life. Aber ich muss nicht schneller rennen, als ich kann. Lieber nehme ich mir eine Pause - bei der ich mich nicht zwingend, aber gelegentlich auf den Boden setze -, atme durch und sammel die Kräfte für den nächsten Schritt. Inspiriert von Charly.

Donnerstag, 4. September 2014

Brautkleider und das perfekte Leben

Immer wieder finde ich mich in diesen Momenten wieder. Da läuft diese junge Frau die Straße entlang, lässig den Jutebeutel auf der Schulter und coole Klamotten am Leib die ich-hab-mir-keine-besondere-Mühe-gegeben-und-sehe-dennoch-fantastisch-aus signalisieren. Und ich denk so: scheiße. Warum kann ich nicht so lässig stilvoll aussehen. Abends am PC noch schnell Twitter und den ein oder anderen Blog checken. Alle sind super witzig, klug und scheinen zu allem Überfluss auch noch ihr Leben im Griff zu haben. Fancy Reisen, spannende Jobs (oder immerhin überhaupt einen Job) und natürlich immer eine große Portion Wortwitz im Gepäck. Und ich denk so: verdammte scheiße!
Warum schweben diese Menschen anscheinend durchs Leben, während ich mich ständig mit Hürden konfrontiert sehe? Warum kann ich nicht ständig neue coole Klamotten haben, nach Sonstwohin reisen und täglich 200 Neufollower haben? 
Dann gibt es zwei Möglichkeiten: ich falle in ein Loch oder ich betrachte das ganze von Nahen. Da sich die Loch-Sache ganz gut selbst erklärt (frustriert sein - Eis essen - davon zunehmen und darüber noch mehr frustriert sein) möchte ich euch für die zweite Variante sensibilisieren, die kann nämlich Wunder bewirken.
Goodbye Eis-Loch, es gibt einen anderen Weg!
Darauf gestoßen bin ich über folgenden Weg. Ihr kennt doch alle pinterest? (Wenn nicht: Es handelt sich um eine Seite, auf der Fotos und Bilder aus dem Netz gesammelt werden können. Besonders geeignet für Menschen auf der Suche nach neuen Inspirationsschüben.) Zu Beginn der Hochzeitsplanung habe ich dort viel Zeit verbracht. Dort und auf Hochzeitsblogs und mit entsprechenden Zeitschriften in der Hand. Es war überwältigend, die vielen Ideen, die endlosen Kleider, die Welt voller Möglichkeiten. Besonders Ansprechend waren sogenannte "styled shoots", Bilderstrecken auf das Brautpaar von Models dargestellt wurde und überall dekorativ Zeug rumliegt. Und ich dachte so: das will ich auch! Um eines vorwegzunehmen: vieles (sehr SEHR vieles!) davon ist überhaupt nicht umzusetzen. Denn egal wie hübsch ein fantastisch arrangiertes Picknick auch aussieht, Omi würde trotzdem nie wieder aufstehen können wenn sie sich auf den Boden setzen muss. Genauso hübsch hergerichtetes Obst auf dem Tisch, sieht vielleicht auf dem Bild cool aus, aber in Wirklichkeit ist eine angeschnittene Nektarine vielleicht 30 Minuten nett anzusehen, danach wird sie braun und zieht Fruchtfliegen an.
Nach einer schlimmen Phase der Verzweiflung hatte ich meinen Blick geschärft und begann mir folgende Frage zu stellen: Das sieht ja nett aus, aber im Detail, willst du es genauso umsetzen? Und witzigerweise war die Antwort zumeist nein. Die meisten schönen Kleider vielen komplett aus dem Raster als ich sie für mich betrachtete, viele Dekoelemente erledigten sich von selbst. Schön ja, aber für mich nein!
Genau dieses Blickwinkel versuche ich im Alltag nicht zu verlieren: perfekter Job, perfekte Schreibe, perfekte Kinder? Aber der/die ist schön zehn Jahre älter als du! Traumreise quer durch die Welt? Aber allein, das wäre nicht meins. Perfekte Outfits und jeden Tag durchgestyled? Dafür kann ich morgens länger schlafen.
Alles im Leben hat immer zwei Seiten. Es gibt sicher viele Menschen, die sich mein Leben nicht vorstellen können, aber es ist das richtige für mich. Es ist wie mit dem Brautkleid, es gibt unendlich viele Möglichkeiten und jede Frau sucht sich das, was ihr perfekt sitzt. Meines ist übrigens der absolute Hammer :)

Dienstag, 2. September 2014

[Liebster Award] Alles Gute im Leben: Glück, Liebe und Schlafen

And the Oscar goes to ... Nein soweit sind wir noch nicht. Aber die liebe Vpunkt von Rundengehrin hat mich doch glatt nominiert. Freude weit und breit, denn es ist mein erstes Mal und ja ich war sehr aufgeregt.
1. Warum bloggst du und wie bist du dazu gekommen?
Ich hatte schon in meiner Jugendphase einen kleinen Blog, auf dem ich regelmäßig mein Herz ausgeschüttet habe. (Suchen bringt nichts, der ist längst gelöscht.) Damals hat mir das Schreiben beim bewältigen meiner vielen emotionalen Höhen und Tiefen (seien wir ehrlich, eher bei den Tiefen) geholfen. Vor zwei Jahren spielte ich dann mit dem Gedanken wieder mit einem neuen Blog anzufangen. Obwohl dieser etwas seriöser sein sollte, stand für mich von Beginn an fest, dass ich über mich schreiben will, Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen, die auf diesem Wege festgehalten werden.

2. Was würdest du so richtig gerne können?
Dieser Punkt fällt mir am schwersten. Eigentlich bin ich zufrieden mit meinen Fähigkeiten, aber es gibt immer wieder diese Momente, in denen ich gern mehr könnte: besser auswendig lernen, gelenkig(er) sein, fabulöser formulieren, perfekte Kommasetzung, ordentlich in High Heels laufen ... Aber ganz ehrlich, ich bin auch mit mir zufrieden, so wie ich bin.

3. Was bedeutet für dich Glück?
Wenn Timi auf meinem Schoß liegt und sich kraulen lässt. Keine Perversitäten, Timi ist ein Hund! Es gibt nichts, was mich mehr beruhigt und zufriedener sein lässt. Na gut, leckere Schokolade und der Genuss von Macarons sind auch nicht zu verachten. Am wichtigsten sind allerdings der Freund, der mich innerhalb von Sekunden aus dem tiefsten Tiefpunkt zum Lachen bringen kann, und meine Eltern, die mir Rückhalt geben und immer für mich da sind.

Glück = Familie.
Vom Leben gelernt: Man muss kein Einzelkind sein, nur weil man keine Geschwister hat.
4. Trinkst du gerne Tee? Was ist deine Lieblingssorte?
Ich liebe Tee. Vor allem im Winter habe ich immer eine Tasse Tee in der Nähe. Und da ich auf Kaffee verzichte - das klingt jetzt so seriös, eigentlich finde ich ihn nur ekelig - ist Tee mein Ersatzheißgetränk. Ich bevorzuge Rooibos, Kräuter und Früchte. Derzeit bevorzuge ich Minze, einmal mit Holunderbeeren und einmal mit Limette kombiniert. Den leckersten Tee aller Zeiten habe ich auf einem Weihnachtsmarkt erstanden - Minze Himbeere - einen ähnlich guten habe ich bisher nicht wiedergefunden.

5. Was ist dein erster Gedanke nach dem Aufstehen?
"NEIN. Ich will noch nicht." Ich bin wirklich ein passionierter Langschläfer. Meine Kurse habe ich immer auf Nachmittag und Abend gelegt und auch bei den Nebenjobs konnte ich bis jetzt immer welche finden, bei denen ich zumindest nicht in aller Frühe aufstehen musste. Das wird sich vermutlich bald ändern und um mich dafür zu wappnen beginne ich Schritt für Schritt mir den Wecker zu stellen.

6. ... und dein letzter vor dem Einschlafen?
Das sind so viele. Ich habe leichte Einschlafschwierigkeiten, vor allem an Tagen, an denen viel passiert. (Oder einen Monat vor der Hochzeit, beispielsweise.) Oftmals kommen mir abends auch die besten Ideen, deshalb habe ich ein Notizbuch neben dem Bett liegen, um nicht wieder aufstehen zu müssen. Vor allem in der heißen Schreibphase der Bachelorarbeit stand ich abends immer wieder auf, um neue Ideen und Änderungsvorschläge zu notieren.

7. Hast du eine seltsame Angewohnheit, die viele Leute irritiert? Verrate sie uns!
Ich habe eine Menge seltsamer Angewohnheiten, wer hat die denn bitte nicht? Allerdings versuche ich die meisten davon zu verbergen, was mal mehr und mal weniger gut klappt. Zu den meisten Missverständnissen führt wohl meine ironisch-zynische Seite, die selten richtig gedeutet wird. 

8. Gibt es etwas, das du besser als alle anderen kannst? Was ist es?
Ich glaube nicht, falls doch habe ich es wohl noch nicht entdeckt. Ich mache viele Dinge gerne, in einigen bin ich auch gut, manche übe ich sehr passioniert aus, aber ich bin nicht selbstbewusst (oder eingebildet) genug um mich als Pionierin in irgendeinem Gebiet zu verstehen. Was ich allerdings gerne mache: Wenn sich keiner als besonders qualifiziert herausstellt, übernehme ich schnell das Ruder, denn ich hasse Stillstand aka wir-könnten-das-so-oder-so-oder-so-machen-ach-mal-drüber-nachdenken ...

9. Dein ultimativer Alltagstipp: Was hast du vom Leben gelernt?
Die kleinen Momente müssen mehr genossen werden.
Vorfreude ist eines der schönsten Gefühle auf der Welt.
Vertraue nicht jedem, besser wenige Menschen, die zu dir halten, als tausende, die dich in schwierigen Zeiten verlassen.
Never touch a running system.

10. ... und was von der Liebe?
Es gibt zwei Formen von (guter) Liebe. Die familiäre und die romantische. Beide sind nicht selbstverständlich müssen gepflegt werden und sollten nicht aus trivialen Gründen aufgegeben werden.
Wenn man den Richtigen gefunden hat, heißt das nicht, dass immer alles glatt geht, es kann auch Streit geben, wichtig ist nur, dass das Glück (langfristig) überwiegt. Ach ja und wenn man den Richtigen um sich hat fühlt sich immer alles besser an.

11. Butter bei die Fische: Welche Merci-Sorte lässt du links liegen?
Kaffee-Sahne. Kaffee ist ja eh nicht so meins und in Kombination mit Schokolade wohl eine der größten Perversitäten unserer Zeit - nur noch getoppt von Alkohol in Schokolade.

Ich bin mal so frei und tagge Maike von The Culinary Trial, Lucie von 100 Jahre Heiterkeit und Marla von Endemittezwanzig. Natürlich freue ich mich auch wenn zusätzlich jemand meine Fragen beantworten möchte :) Schreibt dann am besten den Link ins Kommentarfeld damit ich mir die Antworten dann anschauen kann.

1. Wo findet dein Leben statt: im Web oder auf der Straße?
2. Welche Musik hörst du in Trauerphasen?
3. Glaubst du an die wahre Liebe?
4. Lebst du gedanklich in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft?
5. Wo ist dein Lieblingsort auf der Welt und warum?
6. Süßes oder herzhaftes?
7. Couch oder Partynacht?
8. Ganz klassisch: welche Superheldenfähigkeit wäre deine?
9. Deine persönliche Glücksformel?
10. Welches war das fieseste Fettnäpfchen in das du je gesprungen bist?
11. Welche Serie muss man unbedingt gesehen haben?