Sonntag, 31. August 2014

Neu entdeckte Bastelleidenschaften und anderer Brautkram

Sollte ich nochmal heiraten - also in einem anderen Leben - dann verwerfe ich grün als Leitfarbe sofort. Gab es jemals einen Menschen, der erfolgreich grüne Schuhe gefunden hat (wir reden hier nicht von mint, sondern sattes fettes GRÜN)? Vermutlich hat die entsprechende Person schnell wieder aufgegeben und sich stattdessen ein fesches Modell in blau oder rot gekauft, den diese Farben gibt es wie Sand am Meer. Weiter geht es mit der Suche nach einer grünen Jacke zum Überziehen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass es dieses Jahr im September nicht gemütliche 25 Grad bei bezaubernden Sonnenschein geben sollte.
Braut sein ist stressig. Und es ist egal wie viel Zeit man sich im Voraus nimmt, die letzten beiden Monate haben es in sich. Die Blumen müssen bestellt, die Haare probefrisiert, Deko muss zusammengestellt und, wenn man es so wie ich angeht, gebastelt werden. Fähnchen an Strohhalme, Quasten, Pompoms (obwohl wir keine Cheerleader haben) 250 Herzen an Schaschlikspießen und dann noch die ganze Papeterie, irgendwie nimmt das alles kein Ende.


Funny Fact Nummer 782: ich kann gar nicht basteln. Habe es in der Schule selten gemacht, in Kunst war ich eine Niete und auch mein zu Hause glänzt vor Bastellosigkeit. Kein Karton voller Materialien, die schon immer auf kreative Umsetzung gewartet haben, einfach nichts. Dennoch inspirierte mich das durchstöbern von Hochzeitsblogs und -Magazinen auf einmal zum Basteln. DIY! Vor zwei Jahren sagte mir die Abkürzung noch nichts, heute lebe ich sie. Frohen Mutes entschied ich mich alles selbst zu kreieren, es sollte super persönlich werden. Da mein Bastelschrank nur eine Schere enthielt aka nicht existent war, wurde erstmal aufgestockt. Stanzer, Pappe, Bänder, Stempel, Musterscheren und vieles mehr fanden bei mir eine neue Bleibe. 
Einige Monate, mehrere Youtube-Videos und viel zu viel Zeit auf Pinterest später steht das komplette Konzept. Und ich bastel. Allein, mit meinen wirklich sehr lieben Freundinnen (die mich super unterstützen, vielen Dank, ihr seid die besten <3) und gelegentlich versucht sich sogar der Verlobte. Merkwürdigerweise finde ich immer mehr Gefallen daran. Trotzdem wird sich mein Bastelpensum nach der Hochzeit wieder stark verringern.
Das die Hochzeit nun in weniger als einem Monat bevorsteht wird alles unglaublich real. Es nimmt Form an. Das Kleid sitzt (perfekt) und hängt schon bei den Eltern zu Hause. Schmuck und Schuhe sind bereit (jaaa, ich habe nach stundenlanger Suche ein Paar wunderschöne grüne Schuhe gefunden) und das Outfit des Bräutigams steht ebenfalls. Tischordnung, Deko, Ablaufplan, alles steht. Klar gibt es hier und da noch Kleinigkeiten zu erledigen, aber es nähert sich merklich diesen einem großen Tag und meine Aufregung steigert sich minütlich.

Mittwoch, 20. August 2014

Der Soundtrack meines (bisherigen) Lebens

Musik spielt für viele Menschen eine große Rolle. Für einige ist es das nebenbei Gedudel im Radio, ohne das morgens kein Aufstehen möglich ist, für andere gibt es diese besonderen Momente, an die dieses eine bestimmte Lied erinnert, und wieder andere definieren einen Großteil ihrer Entwicklung durch Musik. Ich gehöre eindeutig zur letzten Kategorie. Deshalb habe ich mich auch direkt angesprochen gefühlt, als Marla von Endemittezwanzig an die (für mich noch gar nicht so alte) Neon-Zeit erinnerte und dazu aufrief den Soundtrack des Lebens zusammenzustellen.



Musik war von meiner Kindheit an ein treuer Begleiter, vor allem der Begleiter, der meine Entwicklung am besten Wiederspiegelt und mehr als einmal leiden musste. Mit Sehnsucht denke ich an die Zeit zurück, als Amazon und Co. noch nicht die gesamte Wirtschaft in der Hand hatten und jeder Besuch in einem Musikgeschäft etwas besonderes war - denn eine CD durfte ich mir meistens aussuchen. Musik als ein wertvoller Schatz, kein Youtube, kein Spotify (auch wenn ich mittlerweile beides sehr genieße).
Und nun nehme ich euch mit in meine Vergangenheit, die wie alles im Leben nicht nur Höhepunkte aufzuweisen hat.

Meine erste musikalische Erinnerung. Wäre vielleicht etwas eleganter gekommen, wenn ich Mozart gewählt hätte, aber so ist es leider nicht. Ich hatte diese Kassette (ja, so war das damals) die "Jule wäscht sich nie" hieß und von dem genialen Künstler Gerhard Schöne stammte (der, wie ich bei der Suche nach einer passenden Tonaufnahme herausfand, immer noch fleißig Musik komponiert und singt). Die Kassette hatte alles, was für Kinder wichtig ist: Lieder übers nicht-waschen und über Popel. Ich habe fröhlich mitgesungen und hatte meinen Spaß - und das zeichnet meine Kindheit aus. Unbeschwertheit und die Freiheit, auch mal über einen Popel singen zu können.
Da meine Eltern beide berufstätig sind, war ich nach der Schule immer noch im Hort - Kinderbetreuung bis um vier. Das war ziemlich cool, weil die meisten Kinder meiner Schule ebenfalls dort waren und wir so, neben lästigen Hausaufgaben, immer zusammen spielen konnten. Und eben Musik hören. Ich hatte damals das Album "13" von den Ärzten von meinen Eltern geschenkt bekommen und habe es rauf und runter gehört. Und natürlich auch mit zur Schule genommen. Wir haben dann alle zusammen die Musik gehört. Das Lied "Meine Freunde" hat die Lehrerin übrigens immer weggedrückt, was es umso aufregender machte (obwohl wir den Inhalt überhaupt nicht kapiert haben). Das beste Lied auf der CD war aber Rebell. Die absolute Selbstbestimmung. Den Song habe ich auch während meiner weiteren Entwicklung immer und immer wieder gehört. Es gehört einfach dazu.
In der Freizeit habe ich sehr viele Animes gesehen (das, was früher mal auf RTL II kam). Pokemon, Digimon, Doremi, Jean die Kamikaze Diebin. Das besondere daran: ich habe mir das nicht nur angesehen, sondern auch angehört. Von all diesen Serien hatte ich den entsprechenden Soundtrack und konnte ihn selbstverständlich auch auswendig. Noch heute bekomme ich fürchterliche Ohrwürmer, wenn jemand "Pokemon, komm schnapp sie dir" anstimmt. Tagelang. Von Pokemon habe ich auch die entsprechenden Karten gehabt und ständig mit meiner besten Freundin damit gespielt. Wir haben dabei ihren Dachboden erkundet und waren wie in einer anderen Welt. Hach, schön wars.
Einige Jahre später kam der Umzug in den Westen. Besonders schwer viel mir der Abschied von meinem liebsten Hobby, dem Theaterspielen und meiner besten Freundin. Als klar war, das ich bald wegziehen werde, spielten wir oft Klavier und das Lied Yesterday wurde zum Abschiedssong. Noch heute habe ich ein ganz klares Bild vor Augen und fühle alle Emotionen von damals, wenn ich das Lied höre.
Irgendwann entwickelte ich mich dann von einem jungen Mädchen in eine junge Jugendliche, inclusive des ersten Liebeskummers. Objekt der Begierde war ein Junge aus meiner Klasse, wie sollte es auch anders sein. Den Mumm es ihm zu sagen hatte ich nicht und seien wir ehrlich: auch heute würde ich gepflegt mein Mund halten. Die Verknalltheit zog sich über Jahre, ich bin wirklich eine treue Seele. Auf jeden Fall hörte ich während dieser teils schmerzhaften Phase immer und immer wieder dieses Lied.
6. Queen - Bohemian Rhapsody
Ich war auf einer wirklich tollen Schule. Das tolle daran war nicht der Unterricht, der konnte mich - wie die meisten Kinder auf der Welt - nicht wirklich begeistern. Aber was die Ausflüge und Klassenfahrten betrifft waren wir ganz vorn mit dabei. England, Frankreich, Spanien. In England waren wir mit unserem Englisch-Kurs und haben unter anderem das Queen Musical besucht, mein erstes von insgesamt sechs Malen, die ich in diesem Musical war. Queen hat für mich aber noch zusätzlich eine andere Bedeutung. Mein Papa ist Fan und deshalb war es nicht selten, das die Lieder von Freddy und co. durch unsere Wohnung schallten. Daher sind die Songs dieser Band für mich absolute Wohlfühlmusik. Und ich kann wirklich viele der Lyriks auswendig.
7. Sean Paul - Get Busy
Wie die meisten Jugendlichen kam auch ich irgendwann in eine Party-Phase. Die war bei mir aber schon früh, mit 16, und hielt nicht wirklich lang. Wir gingen im Prinzip immer in die gleiche Disko, mit 16 ist die Auswahl nicht so rießig, dort wurde dann vornehmlich Rap-Pop gespielt. Und jedesmal garantiert Sean Paul. Daher erinnert mich seine Musik an die damalige Zeit, auch wenn ich privat gern darauf verzichten kann.
8. Irie Révoltés - Dans la salle
Summerjam. Mein erstes Festival. Mit Zelten, nicht duschen und viel Grasgeruch in der Luft. Es war einfach der absolute Wahnsinn. Und die Überraschungsband Irie Révolés. Ich war mehr zufällig bei ihren Konzert und es war Stimmung pur. Für mich ist die Erinnerung an dieses Festival der Inbegriff von unbesorgter Jugendzeit.
9. Böhse Onkelz - Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt
Meinen Musikgeschmack habe ich in der Jugend mehrmals fröhlich geändert. Doch zwischendurch konnte man deutlich sagen welche Phasen ich durchlebte. Tokio Hotel, Deutscher Rap, Reggae und als finalen Höhepunkt und damit auch am ausdauernsten PUNK. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern hörte ich die zugegebenermaßen leicht unmelodischen Klänge Tagein und Tagaus, gern auch mal ein Lied in der Wiederholschleife. Auch in Fragen der Liebe näherte ich mich meinen Höhepunkt der Sinnlosigkeit. Da war also dieser Junge, der in einem wunderbaren Einfamilienhaus mit seinen Eltern wohnte, wohlbehütet aufwuchs und daher das einmalige Privileg hatte so richtig Punk sein zu können. Ein absoluter Traummann, ihr merkt es schon. Nun ja er versorgte mich jedenfalls mit neuen musikalischen Inspirationen und einer gehörigen Portion Liebeskummer. All das vereint findet sich in diesem Lied der Onkelz wieder (obwohl ich sonst wirklich kein Fan dieser Band bin). Glücklicherweise konnte ich mich sowohl vom Punk als auch von dieser hoffnungslosen Verliebtheit trennen und lernte kurz darauf meinen nunmehr Verlobten kennen.
10. Peter Gabriel - Book of love
Ihr merkt, Musik ist wirklich wahnsinnig wichtig in meinem Leben. Daher fand ich es auch besonders notwendig ganz aktiv nach einer halben Woche Beziehung ein Pärchen-Lied zu wählen. (Leute, sowas kann nur schief gehen.) Das Ergebnis war The Cranberries - Zombie. (Wir haben das Lied auf Gitarre gespielt und dazu gesungen, sowas schweißt zusammen.) Als gemeinsamer Song aber absolut unpassend und irgendwie auch unromantisch. Dennoch muss ich bei diesem Lied immer an ihn denken. Als erster-Tanz-Song hochgradig ungeeignet haben wir uns auf die Suche nach einem anderen Lied begeben. Wie beim ersten Mal habe ich mich von meinem Herzen leiten lassen, aber ich denke, diesmal ist es besser. Romantischer. Und zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt mich Book of Love mit Vorfreude, ich hoffe, dass dieses Lied noch mit weiteren Erinnerungen gefüllt wird.

So nun habe ich euch mein musikalisches Herz ausgeschüttet und würde mich freuen wenn ihr euch auch an der Blogparade beteiligt. Zeit habt ihr noch bis zum Ende des Monats, aber schaut doch einfach bei Marla vorbei und macht mit. Denn nichts sagt mehr über uns aus, als die Musik die wir hören :)


Sonntag, 17. August 2014

Prä-Flitterwochen

Zeit, dieses wertvolle Gut, dieses kleine Miststück, das immer wieder entwischt und nicht festgehalten werden kann. Wie ärgerlich es ist Zeit zu verschwenden. Und wie wichtig es ist sie zu genießen, sie auszufüllen mit Liebe und Leben.
Da die Zeit immer schneller verrinnt (noch 40 Tage!) und uns der Stress immer wieder versucht in Beschlag zu nehmen, haben der Verlobte und ich uns eine kleine Auszeit alias Prä-Flitterwochen gegönnt. Zwei Tage, eine Übernachtung, wir beide und eine schöne Umgebung.
Die Wahl fiel aus Zufall auf Marburg in Hessen. Unsere Einstellung Hessen gegenüber wird manch alt eingesessenen Bewohner nicht gefallen, dennoch wollten wir dem Bundesland mit der schlimmsten Verkehrspolitik überhaupt eine Chance geben. Und ich muss sagen: Es war wirklich wundervoll. Schöne Orte, viel Natur und diese ganz besonderen Momente, die für immer bleiben.
Neben Sightseeing gab es noch diesen kleinen kulinarischen Hochgenuss und wirklich spannende Wetterwechsel. Müsste ich Marburg kurz und knapp erklären würde ich wohl folgendes sagen: Es gibt Höhen und Tiefen, unendlich viele Treppen, Engen und Weiten und diesen einmaligen Charme von alten Städten.







Übernachtet haben wir in einem Märchenhotel in Stadtallendorf. Wir waren im Schneewitchenzimmer. Freude und so. Stadtallendorf punktet vor allem durch seine liebevolle Gartenanlagengestaltung. Es gibt mehrere Parks, unzählige Springbrunnen und einen riesigen Spielplatz. Architektonisch hat die Stadt allerdings nicht viel zu bieten. Im Gegensatz dazu steht Neustadt in Hessen (es ist unglaublich wie viele "Neustadt" es in Deutschland gibt!). Neustadt hat diesen Charme alter Gebäude, das Rathaus sieht aus wie aus einer anderen Zeit, ein relativ schiefer Turm thront in der Stadt und umgrenzt wird das ganze von einer alten Stadtmauer. Einfach schön.





Nun ist die Zeit dieses Wochenende noch schneller verflogen als sonst und daher schaue ich nun ein wenig wehmütig die Fotos und die damit verbundenen Erinnerungen an. Diese kleine Oase zwischen all den Vorbereitungen und sonstigen Aufgaben des Lebens ist unglaublich wertvoll.

Freitag, 8. August 2014

Kopf aus, Natur an

Manchmal ist einem alles zu viel. Dann hilft es sich einen Beschäftigung zu suchen, die die fehlende Ruhe wieder zurück bringt. Diese Beschäftigung sollte dann übrigens an besten intensiv gelebt werden und darf nicht mit herkömmlicher Prokrastination verwechselt werden.
Für mich kann ein Ausflug in die Natur die Zeit anhalten. Berg rauf, durchatmen, zur Ruhe kommen. (Und den knallroten Kopf mit eiskaltem Wasser kühlen.)



























Wohin verschlägt es euch, wenn ihr mal wieder mehr Ruhe benötigt? Aufs Sofa, in die Stadt, Natur, mal richtig Party machen oder doch ganz was anderes?